FAQs Asbestnachsorge

  • Als Asbest (griech: asbestos = unzerstörbar, unauslöschbar) werden faserförmige Silikatminerale, die an vielen Stellen in der Erdkruste eingebettet sind, bezeichnet. Verwendung fand dieser Rohstoff bereits in der Antike in der Form von Dochten, etwa bei der ewigen Flamme in der Akropolis. Nachdem im Mittelalter das Wissen um die Herkunft von Asbest in Vergessenheit geraten war, fand es in den 1820er Jahren in Form feuerfester Kleidung für Feuerwehrleute ernsthafte Verwendung und in weiterer Folge auch im Bereich der Wärmeisolierung. Den Höhepunkt seiner Verwendung erlebte der Rohstoff in den 1970er Jahren.
    Durch den vielfältigen und häufigen Verbrauch von Asbest (unter anderem bei Telefonen, als Bestandteil elektrischer Geräte, als Getränkefilter bis hin zu Zahnpasta) wurden schon bald seine gesundheitsschädigenden Eigenschaften erkannt. So wurde bereits um 1900 die Krankheit Asbestose (womit eine Schädigung des Bindegewebes bezeichnet wird) entdeckt. 1943 wurde der asbestbedingte Lungenkrebs als Berufskrankheit anerkannt. Seit 1970 wird die Asbestfaser offiziell als Krebs erzeugend bewertet. Im Jahre 1979 wurde der Spritzasbest verboten. Nachdem weitere Einschränkungen folgten, kam es 1990 in Österreich und 1993 in Deutschland zu einem generellen Asbestverbot, das seit 2005 EU-weit gilt.
  • Die Dunkelziffer asbestbelasteter ArbeitnehmerInnen ist sehr hoch. Nicht nur MitarbeiterInnen aus der asbestverarbeitenden Industrie sind betroffen, sondern auch ArbeitnehmerInnen aus der chemischen Industrie, der Stahlindustrie, dem Industrieofenbau, der Papierindustrie, Kraftwerken etc. Aber auch KFZ-MechanikerInnen, ElektrikerInnen, SchlosserInnen, InstallateureInnen, IsoliererInnen, MalerInnen, AnstreicherInnen und DachdeckerInnen kamen mit Asbest in Berührung.
  • Charakteristisch für Asbest sind neben der Faserform die Hitzebeständigkeit, die Langlebigkeit und die Beständigkeit gegen Chemikalien. In Österreich wurden bis Ende der 80-er-Jahre jährlich etwa 30.000 bis 40.000 Tonnen Asbest, überwiegend Weißasbest, verarbeitet. Asbeststaub ist ein faserförmiger Staub, kleinste Partikel gelangen durch Einatmen in die Atemwege und ein geringer Teil kommt in die Lungenbläschen und in das Lungengewebe, diese Fasern können aufgrund ihrer nadelförmigen Gestalt bis zum Rippenfell vordringen. Asbestfasern können drei typische Krankheitsbilder verursachen, eine Fibrose der Lunge und des Rippenfells, sog. Asbestose, Carcinome der Lunge und des Kehlkopfs sowie bösartige Tumore des Rippen- und Bauchfells, sog. Mesotheliome.
  • Wenden Sie sich an eines unserer Beratungszentren für Menschen mit beruflicher Asbestexposition in Ihrer Nähe und vereinbaren Sie einen Termin zur kostenlosen Beratung.